ChorWerk Ruhr 98.2

EARTH DIVER ON TOUR - im Rahmen des MAfestivals in Brügge

Eine Produktion von Muziektheater Transparant und ChorWerk Ruhr für die Ruhrtriennale. Koproduziert von Klarafestival, Operadagen Rotterdam, MAfestival, B’Rock Orchestra und Escautville. Unterstützt vom Vlaams Audiovisueel Fonds (VAF).

Heinrich Schütz (1585-1672)
Erhöre mich wenn ich rufe – SWV 289
Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren - SWV 432
Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet – SWV 317
Ich bin eine rufende Stimme – SWV 383
Herr, wenn ich nur dich habe – SWV 280
Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren – SWV 281

Nikolaus Brass (*1949)
Earth Diver - Chorszenen für ein Musiktheater - ChorWerk Ruhr Kompositionsauftrag

Wir leben in einer globalen Krise. Aber wie gehen wir damit um? Der Philosoph Peter Sloterdijk warnt vor einem „Gespenst der Religion“ und ermahnt uns, unser Leben selbst zu ändern, ohne auf Gottes Hilfe zu warten. Slavoj Žižek wiederum vergleicht unser Denken und Handeln in dieser Endzeit mit einem Trauerprozess, in dem wir verschiedene Stadien durchlaufen von Ablehnung über Wut hin zu Akzeptanz. Das Musiktheater „Earth Diver“ in der Regie von Wouter Van Looy will tief in diese Stimmungslage eintauchen, philosophische Gedanken musikalisch, literarisch und bildlich verbinden.

Die Werke des Barockkomponisten Heinrich Schütz gaben in Zeiten von Pest und Krieg dem Leiden einen religiösen Sinn und versprachen Unsterblichkeit. Heute antwortet der Komponist Nikolaus Brass darauf mit neuen Chorkompositionen, die in einer Zeit, die keinen musikalischen Mainstream mehr kennt, die utopische Kraft der Tradition befragen und zugleich aufheben wollen. Der belgische Schriftsteller Paul Verrept setzt sich in einem inneren Monolog mit unserer Sicht auf die Welt und auf unser eigenes Tun auseinander – verkörpert, vertont und variiert durch den Vokalkünstler Phil Minton. Und die Bilder des Filmkünstlers Wim Catrysse werfen einen düster-visionären Blick auf eine Gesellschaft im Industrie-Endstadium: Aufnahmen aus einer russischen Mine, isoliert im polaren Spitzbergen, wo der Bergbau längst nicht mehr rentabel ist und sich Gott auflöst in den alltäglichen Kampf mit Witterung, Gestein und Arbeit. Und dennoch verharrt man wie im Zustand der Verleugnung, gräbt immer tiefer, der völligen Erschöpfung entgegen.

Gefördert vom Goethe-Institut und durch die Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

Vocalist
David Moss
Chor
ChorWerk Ruhr
Laute
Wim Maeseele
Violone
Lies Wyers
Orgel und Soundscape
David Van Bouwel
Film
Wim Catrysse
Autor
Paul Verrept
Szene und Lichtdesign
Peter Quasters
Kostümdesign
Johanna Trudzinski
Konzept und Regie
Wouter Van Looy
Musikalische Leitung
Florian Helgath

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